Sa
19
Jul
2008
Stadtpolizei verhaftet Fotografen
Bei der Besetzung des Hardturm-Stadions war auch der Zürcher Fotograf Klaus Rózsa anwesend. Als er Fotos von der darauffolgenden Polizeiaktion schoss, wurde er festgenommen.
Die Polizei habe ihn aufgefordert, dies zu unterlassen. Als sich Rózsa – der sich eigenen Angaben zufolge zufällig in der Gegend aufhielt – weigerte und sich auf sein Recht berief, als Medienschaffender Fotos des Einsatzes zu machen, nahm ihn die Polizei fest. Wie auf Bildmaterial, das dem Tagesanzeiger Online vorliegt, zu sehen ist, sind die Polizisten dabei nicht gerade zimperlich vorgegangen: Rózsa wurde zu Boden geworfen und abgeführt.
Rózsa erklärt weiter, die Polizei habe ich darauf über eine Stunde lang auf der Uraniawache festgehalten – ohne Gründe zu nennen. Dabei soll es sogar zu Bedrohungen und Beschimpfungen durch Polizisten gekommen sein. Rozsa will nun Strafanzeige gegen die Polizei einreichen.
Die Mediengewerkschaft Comedia sieht im Vorgegen der Polizei einen Verstoss gegen die Pressefreiheit und protestiert aufs schärfste. Die Stadtpolizei Zürich hatte gestern erklärt, die zwei Personen seien wegen Hinderung einer Amtshandlung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte vorübergehend festgenommen worden. (5. Juli 2008)
SVP-höriger Einheitsbrei: Schon wieder Inserate-Zensur gegen SGB
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«20 Minuten» lehnte Inserat gegen SVP-Initiative ab |
Kommentar
Inseratezensur bei 20 Minuten
Im Klartext: Entweder man hat viel Geld für Inserate und heisst SVP: Alles ok, da darf man jede Sauerei publizieren. Der Abstimmungskampf läuft rund und tamedias Kassen klingeln. Oder man hat kein Geld – alles klar, dann hat man in der Volksdemokratie Schweiz eh nichts zu melden. Oder man hat zwar etwas Geld steht aber links: Dann kommt eben die direkte Zensur zum tragen, und alles ist wieder so wie es sein soll: Ruhig und brav und im Sinne der Herrschenden.
Mit ganz besonders freundlichen Grüssen – dem Held des Tages gewidmet
Klaus Rózsa
ps. Da in meinem Leserbrief Kritik an tamedia geübt wird erscheint dieser erfahrungsgemäss nicht - was meinen Zensurvorwurf halt erhärtet, gälled Sie..
ps2. Natürlich erschien mein Leserbrief nicht...
Nach pimp your car nun pimp your pussy
Motivationsspritze für den Lustpunkt
Von Ulrike Hark
In Amerika muss es in letzter Zeit immer mehr dauererregte Frauen geben. Sie fahren besonders gern über unbefestigte Strassen mit Schlaglöchern und geben dabei merkwürdige Laute von
sich. Sie üben nicht etwa für die Rallye Dakar, sondern sie haben sich den G-Punkt zu doppelter Grösse aufspritzen lassen. Er soll ihnen bei Stimulation zu besonders intensiven Orgasmen verhelfen. Zu
lesen in der Ausgabe der Frauenzeitschrift «Cosmopolitan ».
Wenn Auto, Kühlschrank, Penis und Oberweite XXL sind, dann wird auch das Lustzentrum der Frau aufgepeppt.
Nach pimp your car nun pimp your pussy. Die spinnen, die Amis, denke ich mir; dagegen sind herkömmliche Brustvergrösserungen ja Peanuts, kleine Erdnüsse der
Beauty-Chirurgie. Und dabei hofften wir, es gäbe einige gut versteckte Körperstellen, die der Schönheitsperfektionismus nicht findet. Aber Intim-Chirurg Doktor David Matlock, der sein
Skalpell in Beverly Hills zückt, ist unserer schlichten Vorstellung meilenweit voraus. Er setzt Frauen nach 20 Jahren Ehe das Jungfernhäutchen wieder ein, als Geburtstagsgeschenk für den Gatten; er
verengt freudig Vaginen, kürzt lange Schamlippen auf Jungmädchenniveau (wird in der Schweiz nur gemacht, wenn sie einem auf dem Velosattel schwer in die Quere kommen) und schiesst sich mit Collagen
auf den G-Punkt ein. In der Reality-TV-Show «Dr. 90210» zeigt er sich beim Aufspritzen des ominösen Punktes und lässt sich für seine Erfindung feiern, die er inzwischen patentieren liess und als
Bausatz samt Anleitungsvideo an 26 Ärzte in 14 US-Bundesstaaten verkauft hat, ausserdem nach Ka- nada, Israel, Griechenland und England.
Die Schweiz ist noch G-Shot-freie Zone.
Das G-Spot-Tuning ist schnell passiert – es dauert offenbar weniger als 15 Minuten, ist dank Lokalanästhesie schmerzfrei, und schon nach vier Studen kann man wieder Sex haben. Eine
«lunchtime- procedure», wie es Doktor Matlock nennt. Kostenpunkt 1850 Dollar. Patientin Charlotte, die sich alle vier Monateuntenherum präparieren lässt, schwärmt in der «Cosmopolitan
» vom ersten Mal: «Ich setzte mich nach dem Eingriff ins Auto und fuhr los. Dann kam das Schlagloch. . .». Jetzt überlegt sie sich, ob sie nächstes Mal nicht die
Langzeitvariante wählen soll: Anstatt Collagen wird dabei körpereigene Gelenkflüssigkeit in die Region zwischen Scheide und Harnröhre gespritzt. Die vaginale Aufpolsterung mit eigenem Saft soll
die Freude im Bett (und Schlagloch) noch deutlich verlängern. Wenn die Behandlung tatsächlich funktioniert, wirds teuer – dann muss ausser dem Offroader noch ein hart gefedertes Auto her.
Wann ist eine Frau eine Frau?, fragt Frau sich da in Abwandlung der Grönemeyer’schen Problematik. Und während Doktor Matlock bereits munter am Lustknopf der Frau schraubt, fragen
sichEuropas Ärzte noch, ob es diesen G-Punkt überhaupt gibt. Erst vor zwei Jahren konstatierte das deutsche Ärzteblatt, dass es sich eher um eine Erfindung als um eine Entdeckung
handle. Immerhin weiss man, dass das Gewebe zwischen Scheide und Harnröhre durch Stimulation anschwillt. Aber ob der Umkehrschluss stimmt, dass die Lust grösser wird, wenn man künstlich ein
grösseres Gewebe schafft, ist fraglich. Der G-Point ist das sagenhafte Land Atlantis – viel gesucht und nie gefunden. Wer weiss schon, wohin Doktor Matlock sein Collagen spritzt? Vielleicht ist er
ja Dr. Placebo.
Alles ziemlich duster dort unten. Aber bevor nun alle grübeln und machen und den intimsten Winkel ausleuchten, sollte man nicht vergessen: Im Dunkeln ist ohnehin besser munkeln.
papperlapapp
